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Perspektiven für das Auenland

Aktivregion ist seit zehn Jahren mit gemeinsamen Projekten in den Kreisen Steinburg, Pinneberg und Segeberg befasst

Werben für die Aktivregion Holsteiner Auenland mit Maskottchen Rolli: Katharina Glockner und Hans-Jürgen Kütbach.

 

KELLINGHUSEN/BAD BRAMSTEDT Die Hälfte der Förderperiode ist rum - doch bei der Aktivregion Holsteiner Auenland laufen die Projekte erst jetzt so richtig an. „Wir hatten auf  Landesebene einen holprigen Start“, sagt Katharina Glockner vom Büro Nord, das für das Regionalmanagement der Aktivregion zuständig ist. 21 Projekte seien bisher beschlossen  worden, eine Million Euro würden dafür als Zuschuss zur Verfügung gestellt. Insgesamt beträgt das so genannte Grundbudget für die Jahre 2014 bis 2020, über das der örtliche  Projektbeirat frei entscheiden kann, 2,8 Millionen Euro. Aus dem Bereich des Amtes Kellinghusen werden bisher ein Ortsentwicklungskonzept für Kellinghusen, die Aufstellung eines  Sportentwicklungsplanes (Kellinghusen, Wrist, Moordörfer) und die Erweiterung des Fischzuchtbetriebes Knutzen in Hohenlockstedt gefördert. Die weiteren Projekte stammen aus den Kreisen Pinneberg und Segeberg, denn die Aktivregion umfasst Gemeinde und Städte in allen drei Kreisen mit zusammen 100 000 Einwohnern. Die Projekte werden mit bis zu 50 000 Euro bezuschusst, nur im Ausnahmefall auch mit bis zu 100 000 Euro.

„Weitere fünf konkrete Anfragen liegen vor, dazu gibt es zehn lose Anfragen“, betont Katharina Glockner. Hinzu kommt ein großes Leitprojekt, das vom Regionalmanagement  zusammen mit den Gemeinden Hennstedt, Lockstedt und Poyenberg zurzeit entwickelt wird. Die Kinderstube Hennstedt soll baulich an die örtliche Grundschule heranrücken, entstehen soll ein Bildungscampus. Zur Finanzierung sollen weitere Zuschusstöpfe in Kiel und Brüssel herangezogen werden. Sowohl Katharina Glockner als auch Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Vereins Aktivregion Holsteiner Auenland, beklagen jedoch, dass sich in der jetzt laufenden Förderperiode die Bürokratie deutlich erhöht hat. „Die Vorschriften sind sehr viel anspruchsvoller geworden und an der Grenze dessen, was der Projektbeirat und das Regionalmanagement noch händeln können“, sagt Kütbach, der auch Bürgermeister in Bad Bramstedt ist. Auch auf die Einhaltung der Regeln wird strenger geachtet, bei Fehlverhalten drohen Sanktionen der EU. Mit anderen Worten: Die zugesagten Zuschüsse werden gekürzt. So müsse immer die „Binnenmarkt-Relevanz“ hergestellt sein, betont Kütbach. Als direkter Nachbar Dänemarks müssten bei Vergabeverfahren deshalb immer Angebote aus dem Nachbarland nachgewiesen werden.

Trotzdem: Für Kütbach hat sich die Marke „Auenland “ durchgesetzt, ist ein Erfolgsmodell geworden - und das soll jetzt auch gefeiert werden. Anlass ist die Geburtsstunde vor zehn Jahren. „Die Initialzündung war die Grüne Woche 2007.“ Eine erste Zusammenarbeit zwischen dem Kellinghusener Raum und Bad Bramstedt fand bereits in den 90er Jahren im Bereich des Tourismusverbandes Mittelholstein statt. 2000 bis 2006 gab es dann als Vorläufer der Aktivregionen die ländliche Struktur- und Entwicklungsanalyse, mit der verschiedene Projekte im ländlichen Raum gefördert wurden – vor allem im touristischen Bereich. Erstes großflächigeres gemeinsames Projekt war ein regionales Reitwegenetz unter dem Namen „Grüne Mitte Holstein“. Daraus entwickelte sich dann ein Auftritt bei der Grünen Woche. „Das war eine große Herausforderung für uns“, erinnert sich Kütbach. Ein Büro entwickelte dazu ein Logo, der einprägsame Name Holsteiner Auenland wurde erdacht, und das Maskottchen Rolli, ein mannsgroßer Maulwurf, wurde aus der Taufe gehoben. Der Trägerverein Holsteiner Auenland gründete sich schließlich im Dezember 2007.

Mit verschiedenen Aktionen soll in diesem Jahr an das zehnjährige Bestehen erinnert werden. So gibt es eine Neuauflage der Anstecker, die an Freunde oder verdiente Mitstreiter verschenkt werden. Ferner sollen Plakate mit Erlebnisorten hergestellt und alle Kitas und Schulen im Holsteiner Auenland abgegeben werden. Daneben plant Katharina Glockner auch einen Kalender mit Fotos von zwölf Veranstaltungen in der Aktivregion (Biikebrennen Hohenlockstedt, Geranien- und Töpfermarkt Kellinghusen, Irish-Folk-Festival Poyenberg). Und eine Fahrradtour soll es am 14. Mai geben, die von Kellinghusen aus Projekte ansteuert, die von Geldern der Aktivregion profitiert haben.

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BEIRAT ENTSCHEIDET ÜBER PROJEKTE
Oberstes Organ des Vereins Aktivregion Auenland ist die Mitgliederversammlung, die einen dreiköpfigen Vorstand (Hans-Jürgen Kütbach, Erik Bornholdt und Wolfgang Heins), einen kommunalen Beirat und einen Projektbeirat einsetzt. Der Beirat besteht aus neun kommunalen Vertretern sowie zehn Mitgliedern aus Verbänden oder privaten Unternehmen der Region. Sie entscheiden – in Anlehnung an die Strategie – allein über Auswahl der zu fördernden Projekte im Rahmen des Grundbudgets. Für die Bearbeitung der Anträge sowie für Projektbegleitung und Beratung ist das Regionalmanagement (Region Nord) zuständig. Rein formell muss dann noch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume seine Bewilligungszusage geben.

Quelle: Norddeutsche Rundschau, 16.02.2017

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