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Hohenlockstedt im Baukasten-Prinzip

EU-gefördertes Tourismus-Projekt ist gut angelaufen / Zentrale Anlaufstelle ist der Meierhof
 
Ziehen ein positives Fazit (hinten v.l.): Monika Ottinger, Birgit und Christian Wasserthal, Ursula Knutzen, Detlef Möllgaard sowie (vorn) Kirsten Möllgaard und Bernd Senne. (Foto: Möller)
 
Hohenlockstedt - Eine leckere Käseprobe, eine informative Teichführung mit Fischbrötchen, eine Verkostung von heimischen Kartoffelsorten oder ein ungewöhnlicher Smoothie mit sieben Wildkräutern: Das Projekt „Hohenlockstedt erleben“ bietet Besuchergruppen vielfältige Möglichkeiten, einen unterhaltsamen Tag in der Gemeinde zu verbringen. Die von der Europäischen Union auf drei Jahre geförderten Aktivitäten seien gut angelaufen, zieht Ideengeber Detlef Möllgaard vom gleichnamigen Meierhof Halbzeitbilanz. „Wir haben eine Menge erreicht.“ Bis zum 31. Mai läuft die EU-Förderung noch. Ziel sei es, Besuchern Hohenlockstedt nahezubringen und heimische Produkte zu fördern. Buchungen für die einzelnen Bausteine, die je nach Bedarf von Besuchergruppen zusammengestellt werden können, laufen zentral bei Monika Ottinger ein. Die Hohenlockstedterin ist ebenso wie Ingo Dobberitz, der sich um Werbung kümmert, als 450-Euro-Kraft angestellt.
 

Mit EU-Geldern gefördert wird auch der Fischzuchtbetrieb Knutzen, der sich mit einem zweiten Gebäude deutlich erweitert. Mittlerweile steht das Richtfest bevor, dann beginnt der Innenausbau des mit Holz verkleideten Gebäudes. Zum einen gibt es dort Sozial- und Lagerräume für den Betrieb, zum anderen wird ein Seminarraum geplant. Dort erfahren Besucher etwas über die naturnahe Teichwirtschaft der Knutzens. Der Raum kann auch vemietet werden, so dass dort auswärtige Dozenten unterrichten können. Ursula Knutzen denkt dabei an Schulen oder auch Universitäten, denn Studenten informierten sich des Öfteren über die Teichwirtschaft in Hohenlockstedt-Springhoe. Teichführungen mit und ohne Fisch-Verzehr sind jedoch die Hauptbestandteile im Programm „Hohenlockstedt erleben.“ Ursula und Jürgen Knutzen wollen ihren Gästen den Erlebnisraum Fischzucht näherbringen und erläutern, wie sie „mit und von der Natur leben“.

Während das Ehepaar Knutzen noch baut, ist Bernd Senne bereits fertig. Er hat einen ehemaligen Stall zum Versammlungsraum für 50 Besucher umfunktioniert. „Der älteste Teil“ des Bauernhofes beherbergte zuerst Pferde, danach Schweine und Kälber und war zuletzt Lagerraum für Saatkartoffeln und Partyraum. Dort stellt der Landwirt seinen Gästen verschiedene Kartoffelsorten vor, die probiert werden können. Bei Bedarf wird heimischer Kartoffelschnaps serviert. Eine Hofführung rundet das Programm ab. „Die Resonanz war bisher gut“, sagt er.

Schon vor dem Tourismusprojekt hat der Meierhof viel Erfahrungen mit seinen kulinarischen Erlebnisveranstaltungen gesammelt. In diesem Jahr werden insgesamt 100 Gruppen erwartet, sagt Kirsten Möllgaard. Acht verschiedene Programme bietet der Meierhof, von einem einstündigen Vortrag über die Käsestraße mit Proben bis hin zu einem Tagesseminar mit der Herstellung von Butter und Käse.

Zum Portfolio des Projektes gehören außerdem Birgit und Christian Wasserthal. Die Hohenlockstedterin informiert über bewusste naturnahe Ernährung, unter anderem mit der Herstellung eines grünen Smoothies, der sieben Wildkräuter enthält. Ihr Ehemann berichtet über sein gigantisches Blockhaus-Projekt aus Naturstämmen, das kurz vor Fertigstellung im vergangenen Jahr einem Brand zum Opfer fiel (wir berichteten). Mittlerweile steckt er in den Vorbereitungen für den Wiederaufbau. 2018 möchte er zusammen mit seiner Frau dort einziehen und möglichst autark leben. Ein weiterer Baustein ist das Museum Wasserturm, auch dort sind Gruppen willkommen.

„Wir überlegen immer, was die Besucher wollen“, sagt Detlef Möllgaard. „Den Köchen muss der Fisch schmecken, nicht den Anglern.“ So ist auch ein neuer Baustein entstanden, der auf die Nachfrage der Gäste zurückgeht. Die Organisatoren bieten unter dem Motto „Hohenlockstedt gestern und heute“ Führungen durch den Ortskern des ehemaligen Lockstedter Lagers mit anschließender Bildpräsentation im Meierhof an.

Quelle: Norddeutsche Rundschau, 08.09.2017

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