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Dörps-Kampus geht an den Start

Land fördert einzigartiges Projekt für Betreuung von ein- bis elfjährigen Kindern / Vier Gemeinden beteiligen sich

 

KELLINGHUSEN Landauf landab ins Schlaglicht geraten dürfte die Gemeinde Hennstedt mit ihrem innovativen Projekt Dörps-Kampus. Vier Dorfchefs wagten den großen Wurf und gewannen: Mit dem Dörps-Kampus soll erstmals eine räumlich wie pädagogisch eng verzahnte Betreuung für ein- bis elfjährige Kinder angeboten werden. Ziel des Projekts ist, vermehrt junge Familien aufs Land zu locken.

Mit ihrer Idee eines interkommunal und generationsübergreifend arbeitenden Bildungs- und Dorfzentrums mit Kita, Grundschule und Dörpshus rissen die Bürgermeister von Hennstedt, Poyenberg, Lockstedt und Silzen auch in Kiel Mauern ein. Zum Leitprojekt des Landes gekürt, steht das bislang einzigartige Vorhaben modellhaft für die Entwicklung des ländlichen Raums. „Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Karsten Beckmann, Bürgermeister von Poyenberg.

Noch steckt das Projekt in der Umsetzungsphase. Die Eröffnung des Dörps-Kampus ist für August 2019 geplant. Entwickelt wurde die Idee von den Bürgermeistern, aus Sorge um die Zukunft ihrer Dörfer. Sie wussten, allein mit Fakten wie frischer Luft, erschwinglichen Baupreisen und einem guten sozialen Zusammenhalt sind keine jungen Neubürger mehr zu gewinnen. „In Zeiten, wo häufig beide Elternteile arbeiten, hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen hohen Stellenwert“, sagt der Hennstedter Gemeindechef Klaus Rehder. „Sehr oft reicht das Angebot unserer Kinderstuben da einfach nicht aus.“

Hilflos müssten die Gemeinden dann mit ansehen, wie Eltern sich die passenden Einrichtungen in den umliegenden Städten suchten und ihre Kinder dort später auch in die Grundschule gäben. „Obwohl Hennstedt eine Grundschule hat, die seit Jahren immer wieder als ‚Zukunftsschule SH‘ ausgezeichnet wird.“

Nun hätten sich die Gemeindechefs für den Bau einer neuen Kita entscheiden können. Doch sie wollten mehr: Eigentlich wäre es doch prima, die vorhandene Schule mit Turnhalle und das Dörpshus mit generationsübergreifenden Angeboten mit der neuen Kita an einem Standort zu verknüpfen. Da die Grundschule mit dem Konzept eines Jahrgang übergreifenden Unterrichts bereits erfolgreich arbeitet und darüber hinaus als offene Ganztagsschule mit Mensa geführt wird, bestünde die Möglichkeit eines Zusammenspiels. Als Schule, Schulverband, Kirche und das Amt Kellinghusen positiv auf die Gedankenspielerei reagierten, war die Idee des Dörps-Kampus in die Realität geholt. Als das von Olaf Prüß, Regionalmanager der Aktiv Region Holsteiner Auenland, in Form gegossene Bildungsprojekt im zuständigen Ministerium für ländliche Räume Begeisterung auslöste und eine Einladung zur Präsentation der innovativen Idee bei der Grünen Woche in Berlin erfolgte, hatten die Bürgermeister gewonnen.

„Dem Planungsbüro haben wir es zu verdanken, dass das landesweit wichtige Projekt so schnurstracks über die Bühne ging“, sagt Beckmann. Fachmann Prüß stellte anerkennend fest: Noch nie hätten Gemeinden den Mut gehabt, die Planung so weit zu denken. Klaus Rühmann, Bürgermeister von Lockstedt, verwies auf die erhebliche Förderung durch das Land, ohne die es keinen Dörps-Kampus gegeben hätte. Freudig entgegen sehen auch die Kirche als Kita-Träger und die Grundschule der neuartigen Zusammenarbeit. „Wir übernehmen die reizvolle Aufgabe gerne“, betont Günter König, Vorsitzender des Kirchengemeinderats Kellinghusen.

Gespannt ist Schulleiterin Heike Reese, was aus dem behutsam und mit viel Fantasie zu beschreitenden neuen Weg erwachsen wird. „Nur so bleibt Leben im Dorf“, brachte Frauke Harders-Stäcker, Vorsteherin des Schulverbands Hennstedt, die Zustimmung der Verbandsmitglieder auf den Punkt.

Architekt Carsten Voß vom Büro Bley und Voß will mit der Erstellung des neuen Kita-Gebäudes relativ schnell loslegen. Abgesprochen mit der Schule sei eine möglichst störungsfreie Abwicklung in drei Bauphasen. Begleitet wird das Projekt vom Amt Kellinghusen. „Bislang konnte es nicht besser laufen“, zieht Verwaltungschef Jürgen Rebien Bilanz.

 

Quelle: Norddeutsche Rundschau, 08.03.2018 (Gisela Tietje Räther)

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