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Mitten in Barmstedt: Der Fels ruft

Kreisjugendring Pinneberg weiht eine Boulderwand ein. Worin sie sich von einer Kletterwand unterscheidet.

 Barmstedt. In freier Natur an einem Felsbrocken klettern – und zwar ohne jegliche Absicherung: Das ist Bouldern. Alle, die das gern machen oder einmal ausprobieren möchten, haben jetzt in Barmstedt die Möglichkeit, ihre Kräfte zu messen. Nicht an einem Felsbrocken, sondern an einer sogenannten Boulderwand. Die steht draußen neben dem Gelände der Jugendbildungsstätte in der Düsterlohe 5. Initiator des Projektes ist der Kreisjugendring Pinneberg (KJR), der die Jugendbildungsstätte betreibt. Geschäftsführer Ingo Waschkau und Vorsitzender Mats Hansen haben die rund drei Meter hohe Wand eingeweiht.

Als einen „Ankerpunkt, an dem Jugendliche und Kinder zusammentreffen und ihren Gedanken freien Lauf lassen können“ bezeichnet Birgit Hammermann, die stellvertretende Geschäftsführerin der Jugendbildungsstätte in Barmstedt, die künstlich angelegte Wand, die deutlich bunter ist als eine Felsenkluft. Bouldern sei ein Stück Freiheit, sagt sie und ist froh, dass Kinder und Jugendliche an der Wand ohne Maske klettern können.

Aufsicht und Betreuung sind nicht nötig

Ähnlich sieht das der KJR-Vorsitzende Mats Hansen: „Das ist ein Projekt für junge Menschen in Barmstedt, die nach den Hausaufgaben beim Bouldern mal Dampf ablassen wollen“. Denn das Kletterelement kann jeder ohne Einweisung nutzen. Die Boulderwand sei ein „Spielplatzgerät“, weshalb eine Betreuung nicht notwendig sei, sagt KJR-Geschäftsführer Ingo Waschkau. An der vorhandenen Kletterwand, die an einer Seite des Victor-Andersen-Hauses steht, darf nur unter Aufsicht geklettert werden.

Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen klassischem Klettern und Bouldern? Boulderer sind ohne Seil und Sicherheitsgurt unterwegs. Dadurch können sie problemlos allein losziehen, anders als klassischen Kletterer. Die brauchen fürs Sichern nämlich eine zweite Person. Auch in der Höhe unterscheiden sich die beiden Klettersportarten. Ein Boulderer kommt selten über vier Meter hinaus, wohingegen Sportkletterer Höhen von 40 Metern erklimmen können. Überhaupt geht es beim Bouldern eher in die Horizontale und beim Klettern in die Vertikale. Sehr unterschiedlich ist auch der Kraftaufwand – für Klettern braucht es mehr Muskelausdauer, für Bouldern mehr Muskelkraft.

Egal ob Klettern oder Bouldern, an erster Stelle stehe der Spaß, sagt Simon Schütt, der seit zehn Jahren beim Kreisjugendring als Erlebnispädagoge arbeitet. Er bietet Boulder- und Kletterworkshops für Gruppen und Schulklassen an. Dabei stellt er fest, dass gerade die Jüngeren mutiger sind. „Kinder denken weniger nach und klettern einfach drauf los. Erwachsene überlegen, wo sie überhaupt den ersten Fuß hinsetzen sollen“, so Schütt. Sein Tipp an alle: einfach ausprobieren.

Erst die zweite Wand dieses Typs in ganz Deutschland

Die dreiseitige Kletterwand hat die Form eines Ypsilons und ist in den Farben des Kreisjugendrings gestaltet: blau, rot und grün. Das frei stehende Modell des Typs „Königsstein“ ist laut dem KJR-Vorsitzenden Mats Hansen erst das zweite in ganz
Deutschland. Um das Kletterelement herum liegt sogenannter Fallsand. Der ist geeignet, im Falle eines Sturzes größere
Verletzungen zu vermeiden. Und die Boulderwand bietet noch mehr: Die 261 Griffe des Elements lassen sich verschrauben
und somit beliebig anordnen. Dadurch können sich alle Kletterwilligen „ihre eigenen Herausforderungen basteln“, sagt Simon Schütt. Bouldern nach Farben sei ebenfalls möglich.

Mit einem Wert von rund 50.000 Euro ist die neue Barmstedter Attraktion eine recht teure, „die ohne Spenden und EUFördermittel nicht möglich gewesen wäre“, so KJRGeschäftsführer Ingo Waschkau. Zu den Geldgebern gehören die AktivRegion Holsteiner Auenland, die das Projekt mit 25.000 Euro etwa zur Hälfte unterstützt hat, die VR Bank in Holstein und zwei Privatpersonen. Und die Stadt Barmstedt? Die hat Grund und Boden gestellt.

Die 10.000-Einwohner-Stadt ist hoch verschuldet. Die Ressourcen sind knapp. Deshalb lehnten die Verantwortlichen eine finanzielle Beteiligung am Projekt ab. Dafür sei kein Geld da, hieß es vonseiten der Stadt. 5500 Euro fehlten zwischenzeitlich zum Abschluss des Projektes. Doch zwei private Spender halfen aus. Jennifer Claussen ist eine von ihnen. In der Zeitung habe sie gelesen, dass zum Bau der Boulderwand noch Geld fehle und habe sich an Ingo Waschkau gewandt. „Mich hat das persönlich so gewurmt, dass die Stadt keinen Cent gespendet hat. Da wollte ich nicht tatenlos zusehen“, sagt Claussen, die mit ihrer Familie in Barmstedt wohnt. Für eine Sache, die Kindern und Jugendlichen zugute kommt, spende sie gern, sagt die Mutter.

Quelle: Hamburger Abendblatt, 30. August 2021

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